Deutsch-Türkische Beziehungen

Ursprünge

Die bis in das 18. Jahrhundert zurückreichenden deutsch-türkischen Beziehungen haben sich besonders im militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Bereich entwickelt. Der Bau der Bagdadbahn und die „Waffenbruderschaft“ im Ersten Weltkrieg zählen zu den historischen Realitäten, die diese engen Beziehungen auf den Weg gebracht haben. Ab dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts kam die Dimension der gesellschaftlichen Beziehungen hinzu. Während der Zeit des Nationalsozialismus emigrierte eine große Anzahl von Politikern, Wissenschaftlern, Künstlern und Ingenieuren aus Deutschland in die Türkei und initiierte einen regen Kultur- und Wissensaustausch. Insbesondere in den Bereichen Bildung, Technik und Kunst haben die in die Türkei emigrierten Deutschen einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung der noch jungen türkischen Republik geleistet.

Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen

Die deutsch-türkischen Beziehungen haben sich mit  dem 1961 vereinbarten Anwerbeabkommen und der damit begonnenen zweiten Phase des Kulturaustauschs kontinuierlich weiterentwickelt. Über 2,9 Millionen Türken bilden als Konsequenz der Entwicklungen heutzutage die größte Gruppe von Einwanderern in Deutschland. Darüber hinaus ist Deutschland heute der wichtigste Handelspartner der Türkei. Deutsche Importe und  türkische Exporte zeigen seit Jahren zweistellige Wachstumsraten. In den Jahren 1997 – 2008 haben türkische Unternehmer ein Investitionsvolumen von 700 Millionen Dollar in Deutschland erreicht. Aktuell sind etwa 140 Unternehmen mit türkischem Hauptsitz in Deutschland aktiv. Die deutsch-türkischen Handelsbeziehungen schaffen mit den etwa 3200 in der Türkei vertretenen deutschen Firmen und den ca. 77.000 türkischstämmigen Arbeitgebern in Deutschland eine große wirtschaftliche Brücke zwischen beiden Staaten. Die deutsch-türkische Zusammenarbeit und gesellschaftlichen Beziehungen sind in ihrem Ausmaß unvergleichlich mit denen zu anderen Völkern oder Staaten und haben eine ganz eigene Charakteristik.

Wissenschaftsbeziehungen

Mit dem Kulturabkommen im Jahre 1957 sind die Wissenschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten offiziell geworden. Die von beiden Seiten seit den 1960er Jahren bis heute verwirklichten Kooperationen zwischen den Universitäten werden mit über 100 offiziellen Abkommen auf deutscher und türkischer Seite im wissenschaftlichen Bereich weiter fortgeführt. Diese Entwicklungen rufen bei türkischen Schülern und Studenten genau wie in Deutschland das Bedürfnis nach einer deutschsprachigen Ausbildung in der Türkei hervor.